2019
INTERNATIONALE WEINGARTENER TAGE FÜR NEUE MUSIK

Das Buch über die Musiktage ist da!

Wir freuen uns, dass das Buch „Begegnungen. 30 Jahre Weingartener Tage für Neue Musik“ da ist. Darin ist jedem Jahrgang des Festivals ein eigenes Kapitel gewidmet – mit einer charakterisierenden Kurzbiografie des jeweiligen Komponisten/der Komponistin, mit einem Rückblick auf das Festivalwochenende anhand von Presseartikeln, Fotos, dem gespielten Programm, und mit Briefen der KomponistInnen an Rita Jans sowie Stellungnahmen zum Ende des Festivals nach ihrem Tod. Insbesondere hat uns gerührt, dass Dieter Schnebel noch wenige Wochen vor seinem Tod einige Erinnerungen verfasst hat. Er war 1990 in Weingarten, hat das Festival aber auch danach immer wieder besucht.

Über den Dokumentarteil hinaus, der sich aufgrund der für die Neue Musik wichtigen Komponisten und Komponistinnen auch wie eine Geschichte der zeitgenössischen Musik lesen lässt, wird der Band durch Beiträge von Daniel Schreiner (Förderkreis der Weingartener Tage für Neue Musik), Elisabeth Schwind (Musikjournalistin und Kulturredakteurin des Südkurier) sowie Reinhard J. Brembeck (Musikredakteur Süddeutsche Zeitung) ergänzt.

 

Buchcover

 

Wie kam es überhaupt zu dem Festival mitten in der oberschwäbischen Kleinstadt Weingarten? Und wer war Rita Jans, die diese Idee mit Mut und Ausdauer in Weingarten verwirklicht hat? Diesen Fragen geht Daniel Schreiner in seinem Beitrag „Wenn Rita Jans Klavier spielt, verstehe ich diese Musik“ nach. Und in dem Text „Die Verwirklichung einer Vision“ geht er auf die Umsetzung dieser Vision ein und wie Komponisten, Interpreten und Publikum darauf reagiert haben.

Was haben die Weingartener Musiktage mit Beethovens „Bagatellen“ zu tun? Reinhard J. Brembeck deckt in seinem Beitrag „Das Andere, das Fragment, das Ganze“ überraschende Parallelen auf.

Und wie lässt sich schließlich die ästhetische Ausrichtung der Musiktage beschreiben? Dieser Frage geht Elisabeth Schwind in ihrem Text zum „Weingartener Klang“ nach.

 

Dem Buch ist eine CD beigelegt mit einer Auswahl an Werken, die in Weingarten erklungen sind.

„Begegnungen. 30 Jahre Weingartener Tage für Neue Musik“, hrsg von Daniel Schreiner und Elisabeth Schwind. Buch mit CD, 176 Seiten, zahlreiche schwarz-weiße und farbige Abbildungen. Gestaltet von Rolf W. Stoll. Zum Preis von 15,- € erhältlich bei: Tourist-Information, Münsterplatz 1, 88250 Weingarten, Tel. 0751/405-232, akt@weingarten-online.de, oder bei einem Ausstellungsbesuch im Weingartener Stadtmusum Schlössle.

 

Führung durch die Ausstellung im Weingartener Schlössle

Ausstellung

 

 

 

 

 

Noch bis zum 30. Juni ist im Weingartener Stadtmuseum Schlössle die Ausstellung „Begegnungen. 30 Jahre Weingartener Tage für Neue Musik“ zu sehen.

 

Am Samstag, 29. Juni 2019, 18.30 Uhr bietet sich die letzte Möglichkeit, an einer Führung teilzunehmen.

Sie wird geleitet von Prof. Gerold Kaiser, der Mitbegründer der Musiktage war und daher über einen reichen Erfahrungsschatz verfügt. Die Führung durch die Aussstellung wird sicherlich interessant und informativ.

 

Dieser Samstag ist eingebettet in die "Kunst- und Museumsnacht", d.h. es besteht die Möglichkeit:

 

- bis Mitternacht die Ausstellung "Begegnungen" zu besuchen

- die Klangbeispiele zu hören

- Bilder aus der Ausstellung zu kaufen

- den Dokumentationsband zu kaufen

- mit uns ein Glas Sekt/Bier/O-Saft zu trinken und zu plaudern

 

 

Wir freuen uns auf einen regen Besuch der Ausstellung oder in der langen Kulturnacht.

 

 

Stadtmuseum im Schlössle, Scherzachstraße 1, 88250 Weingarten. Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag, 14 - 17 Uhr. Besondere Öffnungszeiten an Feiertagen: www.weingarten-online.de

 

 

 

 

 

Buch/CD – Ausstellung – Konzert

Das 30-jährige Jubiläum und der Tod von Rita Jans waren Anlass für ein größeres Projekt, das auf drei Säulen ruht: einer Dokumentation in Buchform, einer Ausstellung sowie einem Konzert.

 

Begegnungen

 

 

Buch + CD „Begegnungen. 30 Jahre Weingartener Tage für Neue Musik“

hrsg. von Daniel Schreiner und Elisabeth Schwind

 

Der Band dokumentiert die einzelnen Festival-Jahrgänge anhand von Fotos, Texten zu den Komponisten und Komponistinnen, Briefen und Presseartikeln. Er wird ergänzt durch Beiträge über die Festivalleiterin Rita Jans und die Bedeutung der Musiktage innerhalb der Festivallandschaft für Neue Musik.

 

Buch mit CD, 176 Seiten, zahlreiche schwarz-weiße und farbige Abbildungen

Zum Preis von 15,- €

Erhältlich bei: Tourist-Information, Münsterplatz 1, 88250 Weingarten,

Tel. 0751/405-232, akt@weingarten-online.de

 

 

Ausstellung „Begegnungen“, 31. März – 30. Juni 2019

Vernissage am Sonntag, 31. März, 12 Uhr, Weingartener Schlössle

 

Die Ausstellung dokumentiert anhand von Fotos, Briefen und Hörbeispielen die Chronologie der Festivaljahrgänge, zu denen jeweils ein Komponist oder eine Komponistin eingeladen war und deren Musik von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde. Die Ausstellung erläutert darüber hinaus einige grundlegende Sachverhalte der Neuen Musik.

 

Stadtmuseum im Schlössle, Scherzachstraße 1, 88250 Weingarten

Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag, 14 - 17 Uhr

 

 

Konzert „In memoriam Rita Jans“

Sonntag, 31. März, 10.30 Uhr, PH Weingarten (Festsaal)  

 

Die Pianistin und Klavierdozentin Rita Jans (1931-2017) hat die Weingartener Tage für Neue Musik 1986 gegründet und bis zu ihrem Tod 2017 geleitet. Das Freiburger Ensemble Aventure spielt Kammermusikwerke von Helmut Oehring. Der in Berlin lebende Komponist gehörte zu den Künstlern, die bei den Weingartener Tagen für Neue Musik porträtiert worden waren. Allerdings war er damals im Herbst 2003 kurzfristig erkrankt und konnte nicht nach Weingarten reisen. Das wird nun gewissermaßen nachgeholt. Oehring, 1961 in Ost-Berlin als Kind gehörloser Eltern geboren, steht für eine unakademische Richtung der Neuen Musik. Er wird beim Konzert Einführungen zu seinen Werken geben und sich den Fragen des Publikums stellen.

 

Pädagogische Hochschule, Kirchplatz 2, 88250 Weingarten

Eintritt frei.

 

 

 

Rita Jans ist im April 2017 verstorben

 

 

"Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende
eines mühsam gewordenen Weges."
 
Franz von Assisi

 


Eine Ära ist zu Ende gegangen

 

Der Förderkreis der Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik hat nach langen Überlegungen das Ende dieses Musikfestivals beschlossen. Nach dem Tod der Initiatorin und Leiterin Frau Rita Jans im Jahr 2017 werden diese Musiktage nicht fortgeführt.

 

Die an der PH Weingarten lehrende Pianistin Frau Rita Jans hat dieses Festival initiiert und geleitet und daraus eine 30-jährige Erfolgsgeschichte gemacht, die in ganz Deutschland einen großen Bekanntheitsgrad besitzt. Der Musikkritiker Gerhard Rohde beschreibt 2012 die konzeptionelle Ausrichtung folgendermaßen:

 

"Das Wunderbare, Sinnstiftende an den Weingartener Musiktagen ist seit einem Vierteljahrhundert, dass die Konzentration auf jeweils einen Komponisten diesen besonders eindringlich und umfassend zu präsentieren vermag."

 

Alle großen Komponisten waren in Weingarten: John Cage, Karlheinz Stockhausen, György Kurtág, Sofia Gubaidulina, Mauricio Kagel, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm usw. Die Musiktage waren aber auch für viele unbekanntere Komponisten ein Sprungbrett zu einer großen Karriere.

 

Für das Publikum war das Konzept deswegen attraktiv, weil es die Möglichkeit bot, einen umfassenden Einblick in das Gesamtwerk der eingeladenen Komponisten zu gewinnen - präsentiert von hochkarätigen Interpreten. Den außergewöhnlichen Erfolg des Festivals erklärt der Musikkritiker Dr. Reinhard Schulz folgendermaßen:

 

"Weingarten ist in Deutschland immer noch erste Adresse, wenn man einen Komponisten gründlich und perspektivenreich kennen lernen will."

 

Die Musiktage waren immer untrennbar mit dem Namen Rita Jans verknüpft, sie war Kopf, Herz und Seele dieser Musiktage. Und daher ist es nur stimmig und folgerichtig, wenn mit dem Tod von Frau Jans auch dieses Musikfestival endet.

 

Es ließ sich niemand finden, der diese charismatische, menschlich und künstlerisch beeindruckende Persönlichkeit ersetzen bzw. die Musiktage fortführen könnte. Man bedenke: viele Komponisten und Interpreten sind nur deswegen gekommen, weil Frau Jans deren Freundschaft, Hochachtung und Wertschätzung genoss.

 

 

Herzlich willkommen


Die Weingartener Tage für Neue Musik suchen immer eine adäquate Balance zwischen Komponisten mit hohem Bekanntheitsgrad und Komponisten, für die dieses Festival ein Sprungbrett zu größerer Popularität sein kann, aber auch eine Balance zwischen jüngeren und älteren Komponisten.

 

"Alle bisherigen Komponisten äußerten sich begeistert von der Weingartener Atmosphäre: die schönen Säle in der Pädagogischen Hochschule hoch neben der Basilika gelegen, das idyllische Städtchen, das Beisammensein nach den Konzerten in gemütlichen Gasthäusern, die lebendigen Gespräche mit den Komponisten: Solche kleinen Festivals zeichnen sich durch eine wohltuende Konzentration auf die Musik selbst aus." (neue musikzeitung 2011)

 

Die letztjährigen Internationalen Weingartener Musiktage 2015 (veranstaltet vom Förderkreis) waren ein außergewöhnliches Ereignis. Mit großer Begeisterung hat das Publikum anlässlich des 30. Jubiläums die Musik des weltweit bekannten Komponisten Wolfgang Rihm aufgenommen. "Das rege Interesse des Publikums, darunter einige private Geldgeber, hält dieses Festival besser am Leben als manch Unternehmung in einer Großstadt." (FAZ 2015)

 

Dass die Neue Musik nicht nur unmittelbar emotional berührt, sondern häufig auch der Erläuterung und Diskussion bedarf, wurde in Weingarten früh erkannt, deshalb wurde stets ein Schwerpunkt auf die Vermittlung gelegt. Komponisten erläutern und proben ihre Werke mit den Interpreten, Studierenden oder auch Schülern und Kindern aus Weingarten und Umgebung und beantworten die interessierten Fragen aus dem Publikum. Dem Publikum bietet sich dabei die Möglichkeit, mit dem Komponisten ins Gespräch zu kommen und ihn hautnah zu erleben. Dieses besondere Erlebnis in Weingarten wird in den Medien immer wieder positiv hervorgehoben.